Musterbericht · Mehrfamilienhaus · Kanton Aargau

So sieht unser Bericht aus — und hier ist ein echter.

Jede Baugesuchsprüfung von uns hat denselben Aufbau: Entscheid und Antrag auf Seite 1, das Auflagenblatt zum Stempeln auf Seite 2, die Begründung dahinter. Unten steht ein realer Aargauer Fall, anonymisiert.

Was Sie bekommen

Fünf Seiten A4, immer gleich aufgebaut.

Unabhängig davon, ob das Gesuch einfach oder heikel ist. Sie wissen damit vor der ersten Zusammenarbeit, in welcher Form das Ergebnis bei Ihnen ankommt.

Seite 1

Entscheid und Antrag

Ein angekreuzter Antrag an die Brandschutzbehörde, dazu der Kasten «Was Sie tun müssen». Mehr brauchen Sie für den Entscheid nicht.

Seite 2

Auflagenblatt zum Stempeln

Der fertige Auflagentext, mit Feldern für Bewilligungsnummer, Datum und Unterschrift. Sie heften ihn an die Baubewilligung. Abgetippt wird nichts.

Seiten 3–5

Die Begründung

Jede Feststellung einzeln — mit Belegstelle aus den VKF-Brandschutzvorschriften und einer Erklärung in einfachen Worten.

Der Bericht entscheidet nichts.

Er endet mit einem Antrag an die Behörde, nie mit einer Verfügung. Die Brandschutzbewilligung und sämtliche Auflagen erlassen Sie (§ 3 Abs. 1 Brandschutzverordnung AG). Wir prüfen die Unterlagen, ergänzen was fehlt, klären ab was offen ist — gestützt auf die VKF-Brandschutzvorschriften und die Arbeitshilfen der AGV.

Das Raster

Jede Feststellung landet in genau einer von vier Klassen.

So ist auf einen Blick klar, was den Entscheid trägt und was ihm fehlt. Alle Gesuche werden nach demselben Raster beurteilt — das schützt die Gemeinde vor dem Vorwurf der Ungleichbehandlung.

Erfüllt

Nichts zu tun

Aus den Unterlagen erkennbar eingehalten – mit Belegstelle, damit auch Jahre später dokumentiert ist, worauf der Entscheid beruhte.

Erfüllt mit Auflage

Bewilligungsfähig

Die Bewilligung kann ergehen, wenn eine Bedingung in den Entscheid kommt. Den Wortlaut liefern wir mit.

Zu bereinigen

Anpassung nötig

Eine Vorschrift ist verletzt. Der Punkt ist vor dem Entscheid zu bereinigen – mit Angabe, was konkret zu ändern ist.

Abgeklärt

Gefragt, bevor Sie fragen müssen

Was aus den Unterlagen nicht hervorgeht, klären wir vor der Abgabe beim Projektverfasser ab – offengelegt, nicht angenommen.

Ein echter Fall

Ersatzneubau, 12 Wohneinheiten, Hanglage.

Anonymisiert sind Name, Adresse, Gemeinde und Beteiligte. Feststellungen, Beurteilung und Belegstellen sind unverändert. So ist der Bericht bei der Gemeinde angekommen.

Das Ergebnis dieses Berichts

Brandschutzbewilligung erteilen unter den Auflagen 1 bis 7

Ohne Sonderlösungen realisierbar, die Planung ist sorgfältig gemacht. Kein zweiter Durchgang nötig – der einzige offene Punkt lässt sich als Auflage in den Entscheid aufnehmen.

Zuständigkeit
Gemeinde – der Einstellraum misst rund 520 m² und bleibt unter der 600-m²-Schwelle für ein «Parking»
Einstufung
Gebäude geringer Höhe, beantragte QSS 1
Offen
1 Punkt – Feuerwehrzufahrt, braucht eine Angabe Ihrer Feuerwehr
Sie tun
Auflagenblatt stempeln und anheften, Feuerwehrangaben einholen

Alle 27 stehen einzeln im PDF, jede mit Belegstelle. Hier je ein Beispiel, damit Sie den Ton kennen.

Zu bereinigen Beispiel

Feuerwehrzufahrt, Aufstellflächen und Hydranten fehlen in den Plänen.

Erforderlich: Im Umgebungsplan ergänzen und mit der Gemeinde bzw. der AGV abstimmen; Löschwasserversorgung für den Ersatzneubau bestätigen lassen.

In einfachen Worten

Wo die Feuerwehr hinfährt, wo sie ihr Fahrzeug hinstellt und woher das Löschwasser kommt, regelt nicht die VKF, sondern die Gemeinde und der Kanton. Diesen einen Punkt können wir deshalb nicht selbst erledigen – Sie klären ihn mit einer Rückfrage an Ihre Feuerwehr, bevor gebaut wird. Sonst fällt er erst bei der Abnahme auf.

Belegstellen: VKF 11-15 Ziff. 4.1.7 · kommunale bzw. kantonale Regelung

Erfüllt mit Auflage Beispiel

Selbstschliesser nur bei einem Treppenhaus vermerkt.

Erforderlich: Auf sämtliche Türen von Tiefgarage, Keller-, Velo- und Technikräumen zu beiden Treppenhäusern ausdehnen: EI 30-C. Wohnungstüren sind ausgenommen.

In einfachen Worten

Die Bewilligung wird davon nicht aufgehalten. Der Punkt muss nur als Bedingung in den Entscheid, sonst ist er später nicht durchsetzbar. Den Wortlaut dafür liefern wir mit – siehe unten.

Belegstelle: VKF 15-15 Ziff. 3.4 Abs. 6

Abgeklärt Beispiel

Kältemittel der Wärmepumpe — nachgefragt statt angenommen.

Aus den Unterlagen ging es nicht hervor. Beim Projektverfasser nachgefragt und bestätigt: das Kältemittel ist nicht brennbar. Die Anlage darf damit in Räumen beliebiger Bauart stehen, eine Gaswarnanlage ist nicht erforderlich.

Warum das hier steht

Ein Bericht, der mit offenen Fragen endet, gibt der Bauverwaltung Arbeit, statt sie ihr abzunehmen. Wir stellen die Rückfragen selbst – bevor der Bericht bei Ihnen eintrifft. Was gefragt und was geantwortet wurde, steht offen im Bericht.

Belegstelle: VKF 24-15 Ziff. 4.8 Abs. 2 und 3

Warum «wesentlicher Mangel» und kein eigenes Wort. Die AGV hat den Gemeinden das Begriffspaar wesentlich und unwesentlich gegeben. Wir übernehmen es, statt eine eigene Skala zu erfinden – so sprechen unser Bericht und eine spätere Kontrolle dieselbe Sprache.

Der Schluss des Berichts

Ein Antrag – und der Text, den Sie übernehmen können.

Der Bericht endet nie mit einem Entscheid, sondern mit einem angekreuzten Antrag. Ob Sie ihm folgen, ist Ihre Sache.

  • Brandschutzbewilligung erteilen – keine Auflagen erforderlich.
  • Brandschutzbewilligung erteilen unter den Auflagen 1 bis 7. Darin enthalten ist der zu bereinigende Punkt M1.
  • Unterlagen nachfordern – nicht erforderlich, alles vorab abgeklärt.
  • Überarbeitung verlangen und Entscheid zurückstellen.
  • Weiterleitung an die AGV – kantonale Zuständigkeit nach § 4 BSV.

Einschätzung in einem Satz: Das Vorhaben ist brandschutztechnisch ohne Sonderlösungen realisierbar und die Planung sorgfältig gemacht; der einzige verbleibende Punkt – die Feuerwehrangaben – lässt sich als Auflage in den Entscheid aufnehmen, sodass kein zweiter Durchgang nötig ist.

Auflagenblatt — Seite 2 des Berichts

Sie stempeln. Abgetippt wird nichts.

Die Auflagen stehen auf einem eigenen A4-Blatt mit Objektangaben und Feldern für Bewilligungsnummer, Datum und Stempel. Es trägt den Satz «Die vorstehenden Auflagen bilden integrierenden Bestandteil der Baubewilligung» – Sie heften es an und sind fertig.

Nur Verbindliches steht darauf. Empfehlungen ohne Rechtsgrundlage bleiben bewusst im Bericht, damit Ihr Stempel nicht versehentlich etwas verfügt, das gar keine Grundlage hat.

  1. Vor Baubeginn ist ein Brandschutzplansatz einzureichen, in dem sämtliche brandabschnittsbildenden Bauteile mit ihrer Feuerwiderstandsklasse (R, REI, EI) bezeichnet sind.
  2. Die Einstufung als Gebäude geringer Höhe ist vor Baufreigabe zu bestätigen: Der Projektverfasser weist die Gesamthöhe je Baukörper nach IVHB nach, mit Höhenkoten des Terrains unter dem First. Ergibt der Nachweis ein Gebäude mittlerer Höhe, ist das Brandschutzkonzept vor Baubeginn anzupassen und der Brandschutzbehörde erneut vorzulegen.
  3. Die Estrichbereiche unterschiedlicher Wohneinheiten sind untereinander brandabschnittsbildend in EI 30 zu trennen.
  4. Türen von Tiefgarage, Keller-, Velo- und Technikräumen zu beiden Treppenhäusern sind in EI 30-C (selbstschliessend) auszuführen.
  5. Leitungsführungen über mehrere Geschosse sind in Schächten von mindestens EI 30 zu führen oder geschossweise abzuschotten. Durchführungen durch brandabschnittsbildende Bauteile sind mit mindestens 30 Minuten Feuerwiderstand abzuschotten.
  6. Feuerwehrzufahrt, Aufstellflächen und Hydrantenlage sind im Umgebungsplan darzustellen und vor Baubeginn mit der Brandschutzbehörde abzustimmen.
  7. Für das Bauvorhaben ist vor Baubeginn ein QS-Verantwortlicher Brandschutz zu bezeichnen und der Brandschutzbehörde schriftlich zu melden.
  8. Vor Inbetriebnahme ist der Brandschutzbehörde die vom QS-Verantwortlichen Brandschutz unterzeichnete Übereinstimmungserklärung einzureichen.

Warum die Ziffern 6 und 7 die wichtigsten sind. Seit dem 1. Januar 2022 kennt das Aargauer Brandschutzgesetz keine obligatorischen behördlichen Abnahme- und periodischen Kontrollen mehr; Kontrollen erfolgen risikobasiert nach Bedarf. Den Nachweis nach Bauabschluss erbringt heute die Übereinstimmungserklärung des QS-Verantwortlichen Brandschutz.

Die AGV empfiehlt den Gemeinden deshalb ausdrücklich, beides bereits in der Baubewilligung zu verlangen. Wer das nicht tut, hat später keinen Nachweis, dass gebaut wurde, was bewilligt wurde – und in QSS 1 ist diese Rolle gar nicht besetzt, wenn sie nicht benannt wird. Eine Zwischenkontrolle vor dem Schliessen von Schächten und Decken kann die Behörde weiterhin anordnen, muss aber nicht.

Quellen: AGV, Merkblatt «Risikobasierte Brandschutzkontrolle – Merkblatt für den kommunalen Brandschutz», Stand Juni 2026, Kap. 3 und 4 · VKF 11-15 Ziff. 4.1.7 lit. e sowie Ziff. 5.1.2 und 5.1.4.

Empfehlungen ohne Rechtsgrundlage – ausdrücklich gekennzeichnet und bewusst nicht als Auflage formuliert: Rauchwarnmelder, je ein Handfeuerlöscher in Tiefgarage und Technikräumen, Kennzeichnung der Tiefgaragenausgänge, Beibehaltung der freiwilligen Rauch- und Wärmeabzüge.

Was nicht auf einer Vorschrift beruht, wird auch nicht als Pflicht ausgegeben. Sonst wäre im Streitfall nicht mehr trennbar, was durchsetzbar ist und was gut gemeint war.

Ausstandserklärung – in jedem Bericht, auch wenn nichts vorliegt

Der Verfasser erklärt in jedem Geschäft, ob er für Bauherrschaft oder Projektverfasser tätig war und ob ein persönliches Interesse besteht (§ 16 Verwaltungsrechtspflegegesetz AG). Liegt ein Ausstandsgrund vor, geht das Geschäft an die im Mandat vorab geregelte Stellvertretung – es bleibt nicht liegen.

Der vollständige Bericht als PDF

Entscheid auf Seite 1, Auflagenblatt zum Stempeln auf Seite 2, die Begründung mit allen Belegstellen dahinter – genau so, wie Sie ihn zu einem eigenen Geschäft erhalten.

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Der Einstieg

Ein einzelnes Baugesuch genügt.

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